Da(s) sind wir
Unsere Geschichte
Kreta 2009
Tag 1-6
Tag 7-10
Tag 11-14
2 Wochen...33 Bilder
In Arbeit
Gästebuch
Impressum

18.09.  Als noch unerfahrene Neandertaler mussten wir erstmals feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, den ersten frühmorgendlichen Flieger in Düsseldorf zu erreichen, aber der unchristliche Aufbruch um 3 Uhr morgens wurde erleichtert durch die Aussicht, bereits mittags unser Hotel in Augenschein nehmen zu können.
Und so war es auch: Bei bestem Wetter ging der Transfer von Heraklion nach Georgioupolis recht zügig vonstatten, und das Pilot Beach war in guter Laune bald erreicht.
Eine durch die vielen kleinen Häuschen ziemlich große Anlage dies- und jenseits der New Road...mit einem PKW sind wir auch noch nie zu unserem Zimmer gebracht worden :-)
Aber trotzdem hatten wir dann sehr schnell das gesamte Hotel erkundet und waren in fünf Minuten am Strand bzw. auch im Wasser - aber da uns ja der Sinn nicht nach einem reinen Badeurlaub stand, wurde schon bald die Zeit genutzt und die Umgebung in Augenschein und unter die Füße genommen.
So ging es also am Strand in Richtung Geo, und sofort beeindruckten uns die Schönheiten am Rande dieses Örtchens...also hin über die aufgeschüttete Mole zur Nikolaos-Kapelle, rund um den Hafen bis hin zur kleinen Kapelle am Hang des hier beginnenden Drapanos-Hügels.
Und obwohl ich am allerersten Tag doch noch gar nicht soo viel laufen wollte, ging es nach dem Abendessen noch einmal nach Geo, um sich über die Örtlichkeiten dort noch besser zu informieren.

19.09.  Nein, erfreut waren wir nicht gerade als wir morgens feststellen mussten, dass es über Nacht etwas geregnet hatte, es immer noch leicht tröpfelte und dicke Wolken über den hiesigen Bergen hingen.
Aber okay, dann eben nicht zum Strand...und wandern wollten wir ja sowieso.
Wobei an dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass das Wetter in den gesamten zwei Wochen wirklich ideal war für einen gemischten Wander- und Badeurlaub...nie zu heiß, nie zu kühl, mal Wolken, mal strahlender Sonnenschein, an drei Tagen frühmorgens ein paar wenige Tröpfchen Regen.
Heute also auf in Richtung Kournas-See, der ja nur 4 km von Geo entfernt liegt und für ein erstes Aufwärmen bestens geeignet schien. Dummerweise entschieden wir uns nicht für die kürzeste Verbindung per Straße, sondern vertrauten unserem Fohrer (Reiseführer), der uns einen Fußweg von Kavros aus versprach.
Langer Rede, kurzer Sinn: Obwohl wir irgendwann hinter jeder weiteren Kurve endlich den See zu sehen erhofften, wurden wir immer wieder enttäuscht...statt den See erreichten wir als erstes sozusagen von hinten den Ort Kournas ein ganzes Stück  oberhalb des Sees gelegen und mussten feststellen, dass wir doch einige Kilometer zusätzlich zurückgelegt hatten. Aber was soll´s, die Wanderung war schön, der Anblick vom Lake Kournas war herrlich und entschädigte für die Mühe, Tretbootfahren und Essen am See waren entspannend, und die wiedergewonnenen Kräfte reichten auch noch für den weiteren Weg zurück zum Hotel.

20.09.  Sozusagen der erste und einzige Ruhetag, den wir am Pool und am Strand verbrachten. Durch einen recht beachtlichen Wellengang und entsprechend rote Flaggen war das Meer zwar schön anzusehen, aber nicht zum Baden einladend, und so erkundeten wir den weiteren Verlauf des Strandes in Richtung Rethymon.
Endstation war nach etwa 45 Minuten entlang eines wirklich tollen Sandstrandes ein verlassenes Hotelgebäude, an dem dieser Abschnitt des Strandes dann auch steinig und felsig endete. War das Hotel pleite, harrte es einer kompletten Renovierung oder wurden die Gäste samt Personal von einer Alien-Invasion dahingerafft?
Im Hinterhof stand jedenfalls noch ein offensichtlich fahrbereiter Porsche!?

21.09.  Heute sollte es auf die in unserer Kreta-Karte eingezeichnete, im Fohrer zwar angedeutete aber nicht näher beschriebene, erste "richtige" (Rund)wanderung gehen.
Ziel war der verlockende Felsenhügel jenseits von Geo, dessen Fuß wir am ersten Tag ja schon kurz betreten hatten und der tolle Blicke auf die heute freien "Weißen Berge" und die Bucht von Georgioupolis versprach...die Drapanos-Halbinsel.
Und dieses Mal klappte auch tatsächlich alles wie vorgesehen; es ging hinter Geo die Straße hinauf nach Exopoli, von dort durch unwegsames und dorniges Gelände (meine kurzen Hosen waren nicht die allerbeste Wahl) in Richtung "Gipfel" bis zum Dorf Likutinarea. Erfreulicherweise war diese Strecke für verwöhnte deutsche Urlauber tatsächlich mit gut sichtbaren blauen Punkten gekennzeichnet; ein Luxus, der auf Kreta offensichtlich nicht selbstverständlich ist, wie wir später irgendwann noch einmal feststellen sollten.
Hier jedoch war auch der Rückweg über Sellia die Straße entlang nach Exopoli kein Problem. Unser erstes Abenteuer hatten wir also gut überstanden und konnten uns anschließend in Mike´s Oasis, dessen Strandtaverne vielen deutschen Geo-Urlaubern bestens bekannt ist, erholen.

22.09.  Ab heute stand uns für eine Woche ein Mietwagen zur Verfügung...nun sollte und konnte der gesamte Westen und der hiesige Süden der Insel von uns erobert werden.
Unsere erste Tour führte uns zunächst zum bekanntesten Kloster Kretas, in dem der Widerstandskampf gegen die türkische Besatzung einen blutigen Höhepunkt fand; zum Kloster Arkadi. Hier sollten wir zum ersten Mal erleben, dass wir auch in der Nebensaison solche touristischen Anlaufstellen natürlich nicht für uns alleine haben würden, aber es hielt sich doch alles sehr in Grenzen.
Anschließend standen wir dann sogar gänzlich alleine da bei unserer Weiterfahrt nach Archea Eleftherna, den Überresten einer dorisch-römischen Stadt nicht weit von Kloster Arkadi. Warum nur hat sich sonst niemand dafür interessiert? Nun ja, vielleicht deshalb, weil wir vor Ort zwar ein entsprechendes Hinweisschild gefunden haben, aber in dem hügeligen Durcheinander von Steinen, Schluchten, diversen Bäumen und Felsen nicht wirklich die im Reiseführer beschriebenen Sehenswürdigkeiten? Jedenfalls waren wir nach einiger Kraxelei froh, das Gelände wieder verlassen zu können...Archea Eleftherna wird für uns ein ewiges Rätsel bleiben.
Ein ganz anderes Kaliber war dann am Nachmittag schon der Besuch in Rethymon. Die Altstadt und der Venezianische Hafen strahlen viel Wärme und Atmosphäre aus...und das Spießrutenlaufen entlang der vielen Fischlokale direkt am Hafen muss man sich ja nicht unbedingt antun.
Den Abschluss bildete dann der Besuch der Fortezza oberhalb des Hafens...es ergaben sich viel mehr wunderschöne und interessante Blicke sowohl nach außen auf Stadt und Meer als auch innerhalb des weitläufigen Geländes als erwartet - ein lohnender Besuch.
Zurückgelegt haben wir an diesem Tag ca 100 km.

23.09.  Heute sollten es einige Kilometer mehr werden auf dem Weg bis hinunter nach Matala.
Eine erste Station und kurze Rast war angesagt kurz hinter Rethymon bei der Nekropole von Armeni, ein zugänglicher minoischer Friedhof mit über 200 freigelegten Gräbern, deren größte Kammer man auch betreten kann. Dazu ist das Gelände auch wegen seiner vielen Laubbäume und Blümchen gut für einen kurzen Spaziergang geeignet.
Dann aber ging es ohne Pause weiter bis nach Matala. Obwohl man die Bilder ja eigentlich kennt, ist es doch eindrucksvoll, in dem Höhlenfelsen und mit dem stetigen Blick auf die wunderschöne halbkreisförmige Bucht mit dem Sandstrand herumzukrabbeln. Anschließend auf die andere Seite der Bucht und ein kurzer Bummel durch die Basargasse und das am Hang gelegene Fischerviertel.
Aber weil wir ja immer bereit sind, weitere Schönheiten zu Fuß zu entdecken, auch dann wenn ein paar Höhenmeter zu überwinden sind, lockte uns der "Red Beach". Dazu geht es vom Fischerviertel hinauf auf die Sandsteinfelsen und über unebenes, aber gut markiertes Gelände 30 Minuten bis zur nächsten Bucht. Da wir nicht baden wollten, ersparten wir uns den dortigen Abstieg...der Blick von oben auf einen tollen und logischerweise wenig besuchten Strand war herrlich.
Nach dem Rückweg und einer kurzen Essenspause hieß unser nächstes Ziel Festos, der nach Knossos zweitgrößte minoische Palast. Für diejenigen, die weniger archäologisch interessiert sind, lohnt sich schon der tolle Blick auf die Berge des Ida-Gebirges, ansonsten ist natürlich ein Rundgang durch die Ausgrabungen, die im Gegensatz zu Knossos im Originalzustand erhalten und nicht fantasievoll und bunt bemalt wieder aufgebaut wurden, Pflicht.
Auf der weiteren Rückfahrt dann noch ein kurzer Abstecher nach Agia Galini, ein mittlerweile touristisch erblühtes ehemaliges Fischerdorf, dessen Hafen und Badebucht auch sehr viel Atmosphäre vermittelt und schöne Blicke ermöglicht. Als schönes Fotomotiv taugt auch das Denkmal von Ikarus und Daedalus oberhalb des Hafens, die hier ihren bekannten Flug unternommen haben sollen.
Ein ereignisreicher und anstrengender Tag mit insgesamt absolvierten 200 Autokilometern.

 

 

 

jjjjj