Da(s) sind wir
Unsere Geschichte
Kreta 2009
Tag 1-6
Tag 7-10
Tag 11-14
2 Wochen...33 Bilder
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28.09.  Der letzte Tag mit unserem Mietwagen sollte noch einmal dazu ausgenutzt werden, um zwei etwas weiter entfernte, touristisch bekannte Orte anzusteuern. Erst stand das Töpferdorf Margarites auf unserem Plan, danach hinauf zum für seine Schafwollerzeugnisse bekannten Bergdorf Anogia.
Vorwegnehmen kann ich bereits, dass beide Dörfer für uns eine echte Enttäuschung waren, dass beide Orte aber auch ein sehr schönes Erlebnis mit sich brachten.
Zunächst Margarites: Links und rechts der Durchgangsstraße eine Reihe von Läden mit jeder Menge touristischer Keramik, wie man sie auch in den Souvenirläden an der Küste zur Genüge findet, selber hergestellt wohl nur in geringen Mengen. Nett anzusehen, aber sonst?
Dann aber die Überraschung...ein Kloster ein paar Meter oberhalb des Dorfplatzes, das im Reiseführer überhaupt keine Erwähnung findet. Wir gehen hin, und wir treffen auf eine Oase der Ruhe mit unzähligen in voller Blüte stehenden Blumen und Bäumen, mit einer Voliere voller zwitschernder Wellen- und Nymphensittiche und sogar einem kleinen Strauß. Wie viel Arbeit müssen die Mönche in all diese Pracht stecken...alleine für diesen Besuch hat sich die Fahrt nach Margarites doch gelohnt.
Ähnlich in Anogia: Nach mühsamer Fahrt über eine enge Straße durch noch engere Dörfer war Anogia irgendwie nichtssagend, kein Flair, keine Atmosphäre, viel größer und moderner als erwartet. Nun ja, vielleicht lag es ja an den dunklen Wolken und der recht kühlen Witterung.
Aber nicht weit entfernt gab es ja noch die Tropfsteinhöhle von Sfentoni, und auch wenn wir 40 Minuten auf die nächste Führung warten mussten - es war unerwartet wirklich lohnenswert. Mehrere Räume können besichtigt werden, deren unzählige Tropfsteingebilde in wechselnde Farben getaucht werden und so um die Wette glitzern. Wenigstens hier hatten wir dann also ein besonderes Erlebnis.
Dann auf der schnelleren und besser ausgebauten Strecke durch Perama wieder zurück...160 km waren es zum Abschluss unserer Mietwagen-Woche.

29.09.  Nach einer unternehmungsreichen Woche nun also entspannen, ausschlafen, faulenzen?...nun ja, der Wecker klingelte jedenfalls um 5 Uhr früh!
Das konnte nur Eines bedeuten: Ausflug nach Santorini!
Noch im Dunkeln ging es mit dem Bus ab nach Rethymon und per Katamaran hinüber zur Trauminsel...leider dauerte die Überfahrt statt der angegebenen 2.15 Stunden deren 3 , und das bis auf den letzten Platz gefüllte Schiff ließ bereits erahnen, dass die Nachsaison auf Santorini nichts mit Einsamkeit zu tun haben würde.
So ging es nach der Ankunft dann auch als erstes auf einem übervollen Boot vor die Vulkaninsel, wo einige unserer Mitfahrer dann auch tatsächlich von der Möglichkeit Gebrauch machten, im schwefelhaltigen braunen Wasser der Bucht zu planschen...okay, es gab vom Boot aus sicher einige schöne Blicke auf die Inseln, aber für uns war es eher verschenkte Zeit.
Dann wieder in den Bus und ab nach Ia, der Ortschaft, die ja zu den Orten gehören soll, die jeder in seinem Leben einmal gesehen haben muss...für mich war es das zweite Mal, und es war auch dieses Mal traumhaft schön. Leider war aber auch der Trubel derselbe wie früher und wohl wie immer, solange die Touristenschiffe vor Anker liegen. Gibt es eine Lösung für dieses Problem?...wohl kaum...so soll jeder selbst entscheiden, ob das "Erlebnis Santorini" diese Nachteile wett macht.
Für uns ging es dann noch zu Fuß hoch über der Küste von der kleinen Ortschaft Firostefani zur Hauptstadt Fira, wo noch genügend Zeit zum Bummeln blieb.
Nach erneuten drei Stunden Rückfahrt waren wir dann um 23 Uhr wieder im Hotel...rechtschaffen erschöpft.

30.09.  Nach einer unternehmungsreichen Woche und einem langen Tag nun also entspannen, ausschlafen, faulenzen?...nun ja, der Wecker klingelte jedenfalls um 6.45 Uhr früh!
Das konnte nur Eines bedeuten: Der Tag war angebrochen, den unsere weibliche Hälfte mit zitternden Knien und Grummeln im Magen erwartete...aufgrund meiner vielleicht etwas übertriebenen Darstellung der Samaria-Schlucht.
Der Ausflugsbus, der uns zur Omalos-Hochebene brachte (die ersten Gäste waren in Iraklion bereits um 5 Uhr eingestiegen), hatte etwas Verspätung und ließ sich auch unterwegs Zeit, was einen großen Vorteil hatte: Wir waren offenbar der letzte Bus, der seine Ladung am Schluchteingang absetzte und in´s Ungewisse entließ, und da meine Frau und ich trotz anfänglichem Rückstand auf den vorgegebenen Zeitplan nicht hetzen wollten, war unterwegs erfreulich wenig "Betrieb".
Über die 5,5stündige beeindruckende Wanderung will ich gar nicht viele Worte verlieren, da sie sicherlich jeder anders empfindet und die Auswirkungen auf Muskeln und Gelenke von der jeweiligen körperlichen Konstitution abhängen. Uns beiden als halbwegs regelmäßige Wanderer hat es jedenfalls nicht allzuviel ausgemacht (ein Augenblick der Unaufmerksamkeit brachte mir aber trotzdem einen Rutscher in´s Wasser und auf den Hosenboden ein)...wobei ich hinzufügen möchte, dass mir der Weg insgesamt deutlich leichter erschien als noch vor zwölf Jahren. Unser Guide wollte das so zwar nicht bestätigen, räumte aber leichte Änderungen an der Wegführung ein.
Das Ziel in Agia Roumeli blieb jedenfalls das gleiche - und dort war dann auch wieder reichlich viel Betrieb.

01.10.  Unser letzter Tag, und wir (oder doch eher die weibliche Hälfte) hatten immer noch nicht genug...ein Blick auf unsere Wanderkarte zeigte uns einen Weg von der Rückseite des ja bereits bekannten Kournas-Sees über die dortigen Berghänge hin zum Örtchen Alkambos und von dort zur Old Road zurück nach Geo zum Abschluss-Baden. Sollte doch machbar sein.
Also dann, über die Straße zum See...kein Problem.
Ein breiter Weg führt zu dessen Rückseite und wendet sich Richtung Berg...kein Problem.
Der Weg wird schmaler, führt zu Zweifeln, wir treffen auf eine alte Hütte samt nicht viel weniger altem Mann, der uns gestenreich von einer Richtung abrät und auf Nachfrage in die andere weist...na also, kein Problem.
Der Pfad ist kaum noch erkennbar, über Stock und Stein und durch Gestrüpp den Berg hinauf, größere Zweifel machen sich breit, aber da - da ist doch noch ein Steinmännchen!...kein Problem?
Kein Pfad mehr, kein Steinmännchen, nur noch Berg...und plötzlich zwei Erkenntnisse: Hier geht es nicht weiter, und noch viel schlimmer: Meine Digitalkamera ist verschwunden, nicht mehr in ihrer Halterung am Gürtel, offensichtlich irgendwo im Gestrüpp hängengeblieben, samt Speicherkarte mit sämtlichen 1000 Fotos!
Über das Drama der folgenden Minuten möchte ich den Mantel des Schweigens decken...wir drehten um, versuchten den Weg des Aufstiegs wieder zu finden und die Augen offen zu halten, was konnten wir sonst tun?
Und? Die Kamera ist wieder da! Die Fotos sind gerettet!
Sie baumelte tatsächlich im Gestrüpp, und die Suchaktion war erfolgreich...was für ein Glück, ohne das es diesen Reisebericht niemals gegeben hätte.
Liebe Kreter: Bitte kennzeichnet Eure Wege besser!  Oder auch: Scheiß Wanderkarte!
Und dann hieß es nur noch ab zum Baden!

02.10.  Abflug aus Iraklion, dem chaotischsten Flughafen, den wir jemals erlebt haben!

 

 

 

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